Kurze Definition
Audio Remote Interpreting bezeichnet das Ferndolmetschen, bei dem der Dolmetscher von einem anderen Ort zugeschaltet ist und nur über Ton – ohne Videobild – arbeitet.
Ausführliche Erklärung
ARI betont den Remote-Aspekt: Der Dolmetscher befindet sich nicht am Veranstaltungsort, sondern wird über eine Audioverbindung zugeschaltet. Anders als beim ACI, das die reine Audiokonferenz als Setting beschreibt, liegt der Fokus hier auf der räumlichen Trennung zwischen Dolmetscher und Geschehen bei gleichzeitig fehlendem Bild.
In der Praxis überschneiden sich die Begriffe stark, und die Fachliteratur verwendet sie nicht immer einheitlich. Gemeinsam ist allen audiobasierten Remote-Formaten dieselbe Schwierigkeit: Fehlt das Bild, fehlt Kontext. Mimik, Gestik und Folien tragen normalerweise einen erheblichen Teil der Bedeutung; ohne sie steigt die kognitive Belastung. Deshalb gelten kürzere Einsatzzeiten und höhere Anforderungen an die Tonqualität. Wo möglich, wird ARI zugunsten videobasierter Formate (VRI) vermieden.
Relevanz im Themenbereich
ARI ist eine schnell verfügbare, aber anspruchsvolle Form des Ferndolmetschens. Es ist sinnvoll als Notlösung oder bei einfachen Gesprächen – als Dauerlösung für komplexe Konferenzen jedoch problematisch.
Praxisbeispiel
Ein Krankenhaus schaltet für ein kurzes Patientengespräch eine Dolmetscherin per Audioverbindung zu. Weil kein Bild vorliegt, sprechen alle Beteiligten bewusst langsam und in kurzen Abschnitten.
Verwandte Begriffe
Audio Conference Interpreting (ACI), Video Remote Interpreting (VRI), Remote Interpreting, Telephone Conference Interpreting (TCI), Remote Hub